Informationen zum Stadtbezirk Rheydt-West
Allgemeines
Rheydt ist eine ehemalige Stadt in Nordrhein-Westfalen, die im Zuge der Gebietsreform
zum 1. Januar 1975 mit der Stadt Mönchengladbach und der Gemeinde
Wickrath zur heutigen Stadt Mönchengladbach zusammengelegt wurde. Zum Stadtbezirk
Rheydt-West gehören die Stadtteile Pongs, Schrievers, Grenzland-Stadion, Schmölderpark
und Hockstein.
Geschichte
Zwischen 985 und 999 tauschten die Bistümer
Köln und Lüttich mehrere Pfarreien, darunter die parochiam Reithe, untereinander
aus. Die Herkunft des Namens liegt im Dunkeln, leitet sich aber möglicherweise
vom althochdeutschen riuti (=roden) ab. Das Gebiet am Niederrhein wurde ursprünglich
keltisch besiedelt, in römischer Zeit ist ebenfalls eine Besiedlung nachgewiesen.
Zu dieser Zeit war der germanische Stamm der Ubier hier von den Römern angesiedelt
worden. Die zur preußischen Rheinprovinz und zum Kreis Gladbach gehörige Stadt
(Titularstadt seit 1827, endgültige Stadtrechte seit 1856)
wurde zum 1. April 1907 eine kreisfreie Stadt (Stadtkreis).
Am 1. August 1929 wurde diese mit der kreisfreien Stadt München-Gladbach,
der Stadt Odenkirchen (Stadtrechte seit 1856) und der Gemeinde
Giesenkirchen (mit Schelsen) zur kreisfreien Stadt Gladbach-Rheydt vereinigt,
jedoch bereits 1933 auf Veranlassung des damaligen Reichspropagandaministers
Joseph Goebbels wieder getrennt. Danach umfasste das Rheydter Stadtgebiet die
Orte Rheydt, Odenkirchen, Giesenkirchen und Schelsen. 1969
überschritt die Einwohnerzahl Rheydts die 100.000-Grenze, wodurch sie zur Großstadt
wurde. Doch wurde die junge Großstadt 1975 mit Mönchengladbach
vereinigt.
Beschreibung der Stadt Rheydt 1919
Stadtkreis im preußischen Regierungsbezirk Düsseldorf, an der Niers, (1919)
42.821 Einwohner, Amtsgericht, Oberrealschule mit Reformgymnasium,
Lyzeum, Lehrerseminar, Handels- und Gewerbeschule für Mädchen; Textil-, Eisen-,
Papierindustrie, Kabelwerke.
Einwohnerzahlen
Im Jahre 2000 hatte Rheydt (ohne die bis 1974
zu Rheydt gehörigen Orte Odenkirchen, Giesenkirchen und Schelsen) insgesamt
66.283 Einwohner. Diese verteilten sich wie folgt:
Rheydt-Mitte 42.206 (mit Schloss Rheydt 29, Bonnenbroich-Geneicken 7.015, Rheydt 12.535, Mülfort 9.788, Heyden 8.382, Geistenbeck 4.457)
Rheydt-West 24.077 (mit Pongs 2.088, Schrievers 7.784, Grenzlandstadion 3.003, Schmölderpark 7.446, Hockstein 3.756)
Politik
An der Spitze der Gemeinde Rheydt standen nach der gutsherrlichen Verfassung
die Gerichtsschöffen und die Vorsteher der 6 zur Gemeinde gehörigen Honschaften.
Sie vertraten die Gemeinde Rheydt gegenüber dem Landesherrn. In französischer
Zeit ab 1794 gab es drei Mitglieder der Munizipalität. In preußischer
Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadtverwaltung, der nach 1889
meist den Titel Oberbürgermeister trug. Ihm stand ein Rat zur Seite. Während
der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone
einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung
nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der
Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte
anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten
der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946
ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.
Dieser Verwaltungsaufbau bestand bis zur kommunalen Neugliederung zum 1.
Januar 1975.
Söhne und Töchter der Stadt
1859, 3. Februar, Hugo Junkers, † 3. Februar 1935 in Gauting, Unternehmer und Flugzeugkonstrukteur
1876, 4. September in Rheydt, Ernst Christoffel, Gründer der Christoffel-Blindenmission
1894, 24. Februar, Josef Arndgen, † 20. September 1966, deutscher Politiker (CDU) und Gewerkschafter, MdB, Hessischer Minister für Arbeit und Wohlfahrt (1947–49), Landesvorsitzender des ADGB in Hessen (1920–30)
1897, 29. Oktober, Joseph Goebbels, † 1. Mai 1945 in Berlin, NS-Propagandaminister
1917, 2. Juni, Heinz Sielmann, Tierfilmer
1930, 16. Mai, Karl Heinz Beckurts, † 9. Juli 1986 in Straßlach bei München (ermordet), Kernphysiker; Direktor des Instituts für angewandte Kernphysik im Kernforschungszentrum Karlsruhe 1963–70
1932, 25. August, Alexander Arnz, † 30. September 2004 in Köln, Fernsehregisseur
1936, 9. August, Uwe Erichsen, Autor (Krimis, Drehbücher)
1958, 18. Januar, Volker Pispers, Kabarettist
1969, 5. April, Gregor Schneider, Künstler
Weblinks
Interessante Seite über den Rheydter Obus-Betrieb.
Homepage der Gesamtschule Muelfort
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